Pützchens Markt 2026: Regen-Schock am Sonntag – trotzdem feiern 750.000 Menschen friedlich in Bonn
Pützchens Markt endet mit Feuerwerk und gemischter Wetterbilanz
Mit dem traditionellen Abschlussfeuerwerk ging Pützchens Markt 2026 am späten Dienstagabend, 15. September 2026, zu Ende. Die Stadt Bonn zieht als Veranstalterin trotz des wechselhaften Wetters ein positives Fazit zur beliebten Großkirmes im Stadtbezirk Beuel. Besonders der verregnete Sonntag drückte die Besucherzahlen deutlich, dennoch blieb die Stimmung an den übrigen Tagen nach Angaben der Stadt friedlich, fröhlich und unbeschwert.
Marktleiterin Kathrin Krumbach erklärte, wenn der Sonntag als traditionell besucherstärkster Veranstaltungstag buchstäblich ins Wasser falle, sei das für niemanden schön. Für Schaustellerinnen und Schausteller bedeute dies erhebliche Umsatzeinbußen, und auch viele Besucher hätten ihren Kirmesbesuch nicht wie geplant genießen können. Umso mehr freue sie sich, dass an allen anderen Tagen wieder die besondere Atmosphäre von Pützchens Markt spürbar gewesen sei und die Menschen friedlich miteinander gefeiert hätten.
Rund 750.000 Besucher trotz eines der nassesten Kirmestage seit Jahrzehnten
Vor allem der verregnete Sonntag machte sich bemerkbar. Laut dem Wetterdienst donnerwetter.de zählte der Tag zu den nassesten Kirmestagen seit Jahrzehnten. Nach Schätzungen von Stadt und Schaustellern kamen 2026 rund 750.000 Menschen zum Bonner Jahrmarkt auf der rechten Rheinseite – deutlich weniger als bei besseren Wetterbedingungen zu erwarten gewesen wäre.
Ordnungsdienst spricht von ruhigem Volksfest
Aus Sicht des Kommunalen Ordnungsdienstes, der allein und gemeinsam mit der Polizei in gemischten Streifen auf dem Marktgelände unterwegs war, sowie aus Sicht des Verkehrsaußendienstes verlief Pützchens Markt 2026 ruhig. Die Einsatzlage sei in Summe überschaubar gewesen. Bei rund 270 Jugendschutzkontrollen an den ersten vier Kirmestagen stellten die Einsatzkräfte in 46 Fällen Zigaretten oder E-Zigaretten sowie 23 Mal alkoholische Getränke bei Jugendlichen sicher. Außerdem registrierte der Ordnungsdienst 11 Verstöße gegen das Cannabiskonsumverbot, erteilte 14 Platzverweise und fertigte 20 Anzeigen, davon 12 wegen Urinierens in der Öffentlichkeit.
Abschleppungen, Knöllchen und Rettungseinsätze: Die Bilanz der Einsatzkräfte
Die Verkehrsüberwachung ließ insgesamt 70 falsch abgestellte Fahrzeuge abschleppen, weil diese Rettungs- und Fluchtwege blockierten. Zudem wurden knapp 450 Verwarnungen wegen Falschparkens ausgestellt. Auch Feuerwehr und Rettungsdienst meldeten eine ruhige Einsatzlage ohne besondere Vorkommnisse. An den ersten vier Kirmestagen war der Rettungsdienst knapp 50 Mal im Einsatz, 8 Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Der beauftragte Sanitätsdienst behandelte rund 130 Menschen. Die Feuerwehr war durchgehend vor Ort, musste aber nur einmal zu einem Einsatz ausrücken; ein gemeldeter Kleinstbrand an einem Stand auf dem Pluutenmarkt war bei ihrem Eintreffen bereits gelöscht.
Lebensmittelkontrollen: Kleine Mängel, schnelle Nachbesserung
Die Lebensmittelüberwachung der Stadt Bonn kontrollierte zu Beginn des Marktes mehr als 150 Betriebe. Insgesamt seien die Gewerbetreibenden gut über die gesetzlichen Bestimmungen zur Lebensmittelsicherheit informiert gewesen und hätten diese umgesetzt. Rund 20 Betriebe wurden wegen kleinerer Mängel beanstandet, etwa an baulichen Anlagen oder der Einrichtung. Alle Mängel konnten vor Ort abgestellt werden. Ein Betrieb musste vorübergehend schließen, konnte jedoch am gleichen Tag wieder öffnen.
Mehr Fahrräder, volle Sonderlinien und keine Sperrung der A59-Ausfahrt
Die Nordbrückensperrung sorgte nach Beobachtungen der Stadt für Verschiebungen im Anreiseverkehr. Mehr Menschen als sonst kamen mit dem Fahrrad nach Pützchen. Die eingerichteten Fahrradparkplätze rund um das Marktgelände waren ausgesprochen gut gefüllt. Auch die Kfz-Parkplätze im Umfeld des Marktes waren – mit Ausnahme des Sonntags – gut ausgelastet. Erstmals seit Jahren musste die Ausfahrt Pützchen der Autobahn 59 nicht zeitweise gesperrt werden. Vermutet wird, dass der aus dem Linksrheinischen anreisende Individualverkehr andere Wege nutzte und Pützchens Markt vor allem über die Südbrücke oder durch die Stadt ansteuerte.
Die Stadtwerke-Töchter SWB Bus und Bahn sowie BonnNetz zeigten sich mit dem Verlauf der Großkirmes zufrieden. Am Freitag- und Samstagabend waren die Sonderlinien für Pützchens Markt, die Stadtbahnlinie 66 zwischen Hauptbahnhof und Vilich sowie die Bahnersatzverkehre sehr stark ausgelastet. Alle Fahrgäste konnten befördert werden, allerdings kam es durch das hohe Besucheraufkommen zu Stau und Verspätungen.
38 Tonnen Abfall: Mehrweg-Konzept zeigt erste Wirkung
Die Bonnorange AöR reinigte die Veranstaltungsfläche bereits vor Beginn der Großkirmes und wird voraussichtlich noch bis Freitag, 18. September, mit der Nachreinigung beschäftigt sein. Bis Dienstagmorgen wurden rund 38 Tonnen Abfall eingesammelt. Das entspreche einem Rückgang von etwa 17 Prozent gegenüber 2025. Wie viel Abfall tatsächlich angefallen ist, lasse sich jedoch erst nach Abschluss der Reinigungsarbeiten sicher feststellen. Nach einem Pilotprojekt im Vorjahr wurde Pützchens Markt in Zusammenarbeit mit Stadt und Schaustellerinnen und Schaustellern weitgehend auf Mehrweg umgestellt. Zum Start der Kirmes suchte Bonnorange 167 Stände auf und beriet diese. Bei etwa einem Drittel wurde zunächst eine nicht vertragsgemäße Umsetzung der Mehrwegvorgaben festgestellt; bei einer Nachkontrolle am Montag gab es nur noch drei Beanstandungen.
Zehn Platzneuheiten und der Blick auf Pützchens Markt 2027
Zehn Platzneuheiten hatte die Stadtverwaltung für Pützchens Markt 2026 verpflichtet. Daneben waren zahlreiche beliebte Wiederholer und Dauerbrenner vertreten. Auch die Veranstaltungen im Bayernzelt mit Auftritten vieler rheinischer Bands waren gut besucht. Ausführliche Informationen zu Fahrgeschäften und Veranstaltungsprogramm bietet die Stadt unter www.bonn.de/puetzchens-markt.
Pützchens Markt 2027 findet wie gewohnt am zweiten Septemberwochenende statt und ist für den Zeitraum vom 10. bis 14. September geplant.
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