Bis zum Sonntagabend werden 3,8 Millionen Besucher auf dem größten
Volksfest in NRW erwartet.
(km) „Crange lebt!“ Dieses Fazit
zogen am Sonntagmittag Schausteller, Organisatoren sowie Hilfs- und
Rettungskräfte zur Cranger Kirmes 2023. Etwa zwölf Stunden vor dem Ende des
Rummels am Rhein-Herne-Kanal waren die Wetterkapriolen der ersten fünf von elf
Kirmestagen vergessen. Bis in die Nacht von Samstag auf Sonntag hatten, so die
veranstaltende Stadt Herne und die Polizei, 3,4 Millionen Gäste das größte
Volksfest in NRW besucht. Die meisten Menschen, nämlich 475.000, waren am
zweiten Kirmes-Freitag auf dem Platz. Wenn am Sonntag um Mitternacht die letzte
Karussellfahrt endet, die letzten Mandeln geröstet sind, sollen es 3,8 Millionen
Menschen gewesen sein.
Trotz dieser hohen Zahl an Besuchern sprachen Polizei, Feuerwehr und das DRK von
einer „sehr ruhigen Kirmes“, die Einsatzzahlen lagen in etwa auf dem Niveau der
Vor-Corona-Jahre.
„Eine Kirmes voller
Höhepunkte“ nannte Kirmesdezernent Frank Burbulla die 539. Auflage. Dazu
gehörten für ihn die offizielle Eröffnung mit dem NRW-Ministerpräsidenten
Hendrik Wüst und seiner Stellvertreterin Mona Neubaur, der Auftritt von
Schlagerstar Michelle, der große Festumzug mit ca. 4.000 Teilnehmenden und
150.000 Schaulustigen am Straßenrand, die vier Hochzeiten im Bellevue-Riesenrad,
aber auch die – nicht nur wetterbedingt – gut angenommenen
Indoor-Veranstaltungen wie das ausverkaufte „Schlagerherz“ in der Cranger
Festhalle. Auffällig: „Es waren wieder mehr Familien und auch älteres Publikum
auf dem Platz. Im letzten Jahr hatten sich diese beiden Gruppen coronabedingt
etwas zurückgehalten“, so Burbulla.
Verbunden
mit einem riesigen Dank an die Anwohner für deren Geduld, Gelassenheit und
Verständnis lud der Kirmesdezernent dann zur Cranger Kirmes 2024 ein, die am
Donnerstag, 1. August, beginnen wird. Vielleicht mit einem ganz besonderen
Stargast, denn Frank Burbulla schloss sich am Sonntag der von der neuen
NRW-Kirmeskönigin Pauline I. ausgesprochenen Einladung an Heidi Klum „sehr gerne
an. Sie muss ja nicht unbedingt singen, das könnte ja ihr Ehemann“.
Kirmes-Chef Werner Friedhoff, in Herne Leiter des Fachbereichs
Öffentliche Ordnung, freute sich über die „rundum gelungene Organisation“.
Positiv sei die Zusammenarbeit mit Schaustellern und den Rettungskräften
gewesen, „da wir uns auf Augenhöhe begegnen“. Einziges Manko: „Uns fehlen
Parkflächen im Umfeld, sowohl für die Besucher als auch für die Schaustellenden.
Das ist und bleibt das größte Problem unserer Kirmes. Da sind wir gefordert und
müssen Lösungen finden.“
Friedhoff setzt dafür
unter anderem auf die Planungen für den Umbau des Geländes an der Franzstraße,
wo befestigte Flächen für Schausteller und Besucher entstehen sollen. Bei den
Fahrgeschäften wurden, so der Kirmes-Chef, alle vier Neuheiten besonders gut
angenommen. „Hoch im Kurs standen aber auch das Looping-Karussell Infinity dank
eines hervorragenden Standplatzes und der Ausschank-Betrieb Traber, der
ebenfalls erstmals an einem neuen Ort auf der Kirmes zu finden war.“
Patrick Arens, Präsident des Bundesverbands Deutscher Schausteller
und Marktkaufleute e.V., sprach von einer friedfertigen und positiven Stimmung
sowie „einem Fest für die ganze Familie“. Vor allem der zweite Teil der elf
Kirmestage habe für stabile Umsätze gesorgt, denn „nach dem verregneten Start
haben die Crange-Besucher die Wochentage einfach zu Samstagen und Sonntagen
gemacht“. Überhaupt seien für die Schaustellenden die Besucher das zentrale
Element „auf Crange“: „Wir brauchen keine Heidi Klum. Crange lebt von Menschen,
nicht von Promis.“
Polizei, Feuerwehr und DRK zogen am
Sonntagmittag ebenfalls Bilanz und sprachen von einer „ruhigen Kirmes mit einer
guten bis sehr guten Stimmung“, so 1. Polizeihauptkommissar Roland Werfel,
Leiter der Wache Wanne-Eickel. Die Polizei zeigte starke Präsenz auf dem Platz
und notierte dabei „ganz leicht erhöhe Einsatzzahlen“ im Vergleich zu 2022.
Diese hatte auch die Feuerwehr, „aber ausschließlich Routine“, sagte Benjamin
Grunau von der Berufsfeuerwehr Herne. Ihr größter Einsatz sei das Ab-pumpen des
Schausteller-Standplatzes an der Franzstraße gewesen. Diesen hatten die starken
Regen-fälle unter Wasser gesetzt. Geringere Einsatzzahlen als in 2022
verzeichnete das DRK. Acht Kinder, die auf dem Gelände plötzlich vermisst
wurden, wurden wieder mit ihren Familien vereint, „auch dank der auf der Kirmes
verteilten Armbänder, auf denen die Telefonnummer von Mutter oder Vater stehen“,
freute sich Benedikt Harting, Wachleiter beim DRK.
Das Abschlussfeuerwerk am heutigen Sonntag, 13. August 2023, kann ab 22:30
Uhr wie geplant steigen. Es dauert ebenso wie das Eröffnungsfeuerwerk rund eine
Viertelstunde. Die Cranger Kirmes 2023 endet am heutigen Sonntag um Mitternacht.
Die nächste Cranger Kirmes lädt vom 1. August 2024
bis 11. August 2024 ein. Die offizielle Eröffnung ist für Freitag, 2. August
2024, geplant.
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